Schwimmer Florian Wellbrock will 2024 Olympia-Sieg wiederholen

Olympiasieger Florian Wellbrock hat jüngst bei der Schwimm-EM Gold über 1500 Meter und Silber über 800 Meter Freistil geholt. Der größte Triumph ist ihm allerdings in Tokio gelungen – als Olympiasieger über 10 Kilometer Freiwasser. Den will Wellbrock bei den Spielen 2024 in Paris wiederholen. Am Freitag sagte er im SPORTRADIO DEUTSCHLAND:

„Man könnte sagen: Mehr als Olympia-Gold geht nicht. Der eine oder andere hat schon spaßeshalber gesagt, dass ich jetzt aufhören könne. Weil ich alles erreicht habe. Ich persönlich habe aber noch gar nicht das Gefühl, dass ich irgendwie fertig bin. Ich habe noch wahnsinnig viel Spaß am Training und auch am Wettkampf schwimmen. Und ich genieße das momentan alles wahnsinnig. Deswegen macht es so viel Spaß, weiterhin an Wettkämpfen teilzunehmen, international erfolgreich zu sein. Und ja, ich stelle mir so ein bisschen die Frage, ob ich diesen Olympia-Sieg in 2024 eventuell, vielleicht sogar wiederholen könnte.“

„Der vierte Platz bei dem Olympischen Spielen über 800 Meter war relativ ärgerlich und so definitiv nicht geplant. Ich habe allerdings eine ähnliche Situation 2019 schon bei den Weltmeisterschaften in Korea erlebt. Da liefen meine 800 Meter auch nicht so gut und anschließend bin ich über die 1500 Meter Weltmeister geworden. Und ähnlich habe ich das jetzt bei den Spielen auch gestaltet – im mentalen Sinne: Ich wusste einfach, okay, die 800 Meter sind nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe aber noch zwei weitere Rennen und da braucht man den Wettkampf eben noch nicht abschreiben.“

„Ich glaube schon, dass ich meine Erfolge schon realisiert habe. Es ist zwar irgendwie wahnsinnig schwer in Worte zu fassen, weil gerade die letzten Jahre in meinem Leben irgendwie sehr, sehr turbulent waren – und ich bin da so ein bisschen auf einer Erfolgswelle, könnte man fast sagen. Aber nichtsdestotrotz kann ich das glaube ich alles ja sehr gefasst hinnehmen, bekommen aber trotzdem immer noch wieder Gänsehaut, wenn ich mal einen sentimentalen Moment habe und da einfach zurückblicke, was sie die letzten Wochen, Monate und Jahre passiert ist.“

„Ich habe generell schon sehr, sehr viel Spaß daran, mich auf den Langstrecken zu bewegen. Und dann kommt es bei mir persönlich eben noch dazu, dass ich sehr gerne im Freien bin, in der Natur eben, das so ein bisschen kombiniert. Daher kommt auch meine Leidenschaft dafür.“

„Ich glaube, im Jahr lege ich so ca. 3500 Kilometer im Wasser zurück. Es ist schon eine ganz schöne Menge, aber das muss man einfach machen, um diese ganzen Trainings, Rennen und auch Rennen auf hohem Niveau bestehen zu können.“

„Es kommt immer auf den Trainings Zyklus an, wie anstrengend es ist. Also man trainiert ja nicht das ganze Jahr immer auf Topniveau und läuft irgendwie über 110 Prozent. Phasen wie Trainingslager zum Beispiel sind natürlich deutlich intensiver, als wenn man jetzt eine normale Woche zu Hause hat. Und da geht es dann halt richtig an die Substanz im Trainingslager. Da wünscht man sich dann wirklich: Ich will wieder nach Hause. Da ist es wirklich sehr hart. Das kann man auch kaum in Worte fassen, weil man ja eigentlich ein Vierteljahr von so einem normalen Kalenderjahr unterwegs ist und sich sicher durchs Wasser quält, um nachher irgendwo erfolgreich zu sein.“

„Für die nächste WM auf der Kurzbahn habe ich mir vorgenommen, nachdem die EM jetzt schon sehr gut lief, die Zeit noch mal zu bestätigen. Und man hat bei den 800 Metern jetzt bei der EM gesehen, dass die Wenden nicht mehr ganz so gut waren wie über die 1500 Meter zuvor. Was wiederum auch ein Grund dafür war, dass das Rennen verloren habe und da einfach noch mal Konstanz und dann noch ein höheres Niveau in diese Welten reinzubringen. Da möchte ich mich jetzt im Trainingslager verbessern und noch mal angreifen.“

„Mein Tank ist noch nicht leer. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und ich glaube, das macht das Ganze so ein bisschen einfacher, sich durchs Becken scheuchen zu lassen und in den Trainings jeden Tag Vollgas zu geben.“

„Nach der WM werde ich mir eine Woche Auszeit nehmen, bei meinen Eltern in Bremen sein und da dann so ein bisschen die Füße hochlegen.“

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