Karriereende von Hindernisläufer Martin Grau: „Angewandte Informatik brennt mir unter den Nägeln“

Martin Grau ist zweimaliger deutscher Meister und WM-Teilnehmer 2019 im Hindernislauf über 3000 Meter. Jetzt hat er angekündigt, seine Karriere zu beenden. Im SPORTRADIO DEUTSCHLAND sagte er:

„Ich war zehn Jahre als Profi dabei, hab zwei Olympische Spiele erlebt, zumindest in der Quali. Irgendwann ist Zeit für etwas Neues, zumal es der Körper ja auch nicht ewig mitmacht.“

„Meine Eltern war immer am meisten aufgeregt, wenn es für mich über die Hindernisse ging. Aber ich war von Beginn an fasziniert von dieser Sportart, von der Vielfältigkeit, von der Art des Laufens mit dem Rhythmus, mit dem Kraftaspekt, der Koordination. Der Mix aus allem hat für mich den Reiz ausgemacht.“

„Die Motivation ist intrinsisch. Das gilt für alle Langstrecken. Die 3000 Meter waren für mich immer passend, ich bin auch immer gut Cross gelaufen – über Wald und Wiesen. Ich hab mich immer wohl gefühlt in der Disziplin.“

„Ich werde in Hamburg ein Studium beginnen, nämlich angewandte Informatik. Es brennt mir unter den Nägeln, mich weiter zu entwickeln.“

„Ich bleibe dem Sport erhalten, vielleicht nicht mehr selbst auf der Bahn. Aber ich werde den Sport weiter eng verfolgen, ich bin auch mit dem Menschen im Verein eng verbunden.“

„Es tat mir weh, dass ich Olympia nicht live erleben konnte. Ich hatte alles gegeben. Aber ich hab dann von daheim sehr viel gesehen. Ich fand es auch schön, Sportler zu sehen, die ich selbst kenne. Aber immer mit dem Hintergedanken, ich hätte ja auch dabei sein können.“

„Leider werden meistens die negativen Ereignisse eher wahrgenommen als die positiven. Das ist schade am Sport.“

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