Olympiasiegerin Mihambo schlägt neue Kriterien zur Olympia-Vergabe vor – „Man sollte nicht die Sportler fragen“

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Malaika Mihambo wurde 2019 Weltmeisterin im Weitsprung und krönte ihre noch junge Karriere mit dem Olympiasieg in Tokio 2020. Auf die Vergabe der Winterspiele 2022 hat sie einen kritischen Blick – allerdings mehr auf das System der Vergabe als solches. Am Sonntag sagte Mihambo im SPORTRADIO DEUTSCHLAND:

Zu Corona und ihrer Reiselust:

„Ich habe Urlaub gemacht, aber eben innerhalb von Europa. Hier gibt es natürlich auch sehr viele schöne Ecken, wobei ich sagen muss, dass ich ja kulturell einfach immer begeistert bin von der Andersartigkeit. Und je fremder ein Land ist, desto interessanter ist es für mich.“

„Ich glaube, man kann überall zu sich selbst finden. Wichtig ist, dass man nicht die Hoffnung verliert, dass die Corona-Krise auch bald in den Griff bekommen wird, sodass wir uns wieder einer angenehmeren Normalität widmen können.“

„Also ich muss sagen, ich habe schon meinen eigenen Stil gefunden. Der ist auf jeden Fall auch aus dem asiatischen Bereich angehaucht. Gerade was Meditation angeht oder auch einfach, wie man schauen kann, dass man viel in den Flow kommt. Meine Reisen nutze ich aber ganz privat für mich. Da bin ich auch ehrlich gesagt einfach nur als Mensch unterwegs und gar nicht unbedingt als Sportlerin und möchte einfach die Welt genießen und mich faszinieren lassen von den neuen Gerüchen, Geschmäckern und einfach der Landschaft.“

Über die Olympischen Winterspiele 2022 in China:

„Es ist immer schwierig für den Athleten gefragt zu werden, ob man an solchen Spielen teilnehmen würde oder nicht. Weil man als Sportler eben nicht sehr viele Möglichkeiten hat – gerade die Sportler, die nicht immer im Fernsehen zu sehen sind. Solche Spiele sind dann sozusagen ihre einzige Chance ist. Es ist auch schwierig, dann einzufordern nicht daran teilzunehmen.“

„Ich denke, man sollte einfach bei der Vergabe ansetzen. Nämlich dass dort Kriterien ausgewählt werden, unter denen Olympische Spiele stattfinden können, die eben in einem sozial gerechten Umfeld stattfinden können, sodass sich die Athleten das nicht fragen müssen.“

„Generell ist dann aber auch einfach eine andere Art von System gefordert, in dem Sport dann gemacht werden sollte. Und da ist die Vergabe an bestimmte Orte eine Frage, die man sich stellen muss.“

Ihr Ausblick auf die nächste Saison:

„Für die nächste Saison möchte ich erst mal jetzt im Winter noch ein bisschen an meiner Technik feilen, gerade am Sprint, damit der Anlauf auch wieder stabil wird. Und dann freue ich mich einfach auf eine Saison draußen, denn ich bin ja amtierende Europameisterin und Weltmeisterin. Und nächstes Jahr darf ich mich der Titelverteidigung stellen. Es gibt Weltmeisterschaften und danach folgen dann die Europameisterschaften. Und da bin ich einfach mal gespannt, wie ich mich da so schlagen kann und freue mich natürlich auf die Herausforderung.“

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