Paralympics-Sieger Martin Schulz: „Natürlich will ich nochmals Gold holen“

Martin Schulz, 31, hat nach Rio de Janeiro in Tokio seine zweite Goldmedaille bei den Paralympics gewonnen. Der Triathlet des SC DHfK Leipzig siegte im Sprint mit einer Zeit von 58:10 Minuten. Zum Abschluss der Paralympics sagte er im SPORTRADIO DEUTSCHLAND:

„Wer die Einladung des SPORTRADIO DEUTSCHLAND nicht annimmt und nur meckert, dass Fußball immer im Fokus steht, ist selber schuld. Auch dafür machen wir das ja.“

Zum Zustand der Medaille:

„Bei meiner jetzigen Goldmedaille sieht es ganz gut aus. Aber man sieht schon, dass ich sie zwei, drei Stunden getragen habe. Man muss vorsichtig sein. Es fragen mich immer alle, was ich mit der Medaille aus 2016 gemacht habe. Da sieht man schon Macken. Aber diese hier sieht noch gut aus.“

Zur Titelverteidigung:

„Ich wollte auf jeden Fall eine Medaille holen. Nach 2016 gab es schon Phasen, da hätte ich es nicht mehr aufs Treppchen geschafft. Aber in den letzten eineinhalb Jahren wusste ich: Ich kann nicht nur nach oben schielen, ich kann es auch schaffen.“

„Jeder Sportler hat seine Tiefs. Die Erfahrung zeigt: Wenn man nicht den Mut verliert, zahlt es sich aus.“

„Man musste mich schon kneifen. Ich hab mir beim Frühstück mein Rennen nochmals angeguckt und gesehen: Gold ist ja wirklich Realität.“

„Es war ein Riesenansporn, die erste Goldmedaille in Tokio für Deutschland zu holen. Ich hab mir im Kopf die Schlagzeile zurecht gelegt – und auf den letzten Metern dann alles gegeben.“

„Mir wurde kein Druck gemacht, dass ich die Medaille holen muss. Aber es hatten viele erwartet und mir gesagt: Wir machen alles für Dich möglich. Ich hoffe, sie halten alle ihr Wort. Für die nächsten drei Jahre kann ich jetzt den Weg ebnen.“

„Ich kann es jetzt besser genießen als damals in Rio. Beide Medaillen sind emotional, diesmal ist es vielleicht etwas schöner.“

„Am meisten dazu beigetragen haben mein Heim-Trainer, unser Bundestrainer, mein familiäres Umfeld. Insbesondere meine Freundin, die auch alle schlechten Launen ertragen muss, wenn es mal nicht so gut im Training läuft.“

„Ich war von allen Athleten am Start derjenige, der im Kopf am coolsten geblieben ist. Seinen Plan durchgezogen hat und an dem Tag alles abrufen konnte. Das hat mich ausgezeichnet.“

Zu seiner Zukunft:

„Ich will natürlich nochmals eine Medaille holen. Am besten Gold. Aber ich weiß, was dahinter steckt. Erfolg und Misserfolg wechseln sich schnell ab. Ich bin im schlechtesten Fall Zweiter geworden bei einem Großereignis, aber es sah nach außen sicherer aus als es war. Es gehört die Gesundheit dazu, Verletzungen können immer auftreten. Ich werde mein Bestes tun, dass ich in Paris fit am Start stehe. Ich werde mein Maximales bis dahin geben und ich bin mir sicher, die Rahmenbedingungen hierfür zu bekommen. Ich hab es jetzt fünf Jahre geschafft, das werde ich es auch die nächsten drei noch schaffen.“

„Aktuell beantworte ich immer noch viele Mails und SMS. Das ist mir lieber als zu Hause zu sitzen, einen vierten Platz zu haben und niemanden interessiert ist.“

„Ich werde jetzt noch auf der Euphorie-Welle mitschwimmen und dann im Herbst meine Saison auf Mallorca abschließen.“

„Ich mochte schon immer die Abwechslung und draußen zu sein, da passt Triathlon perfekt zu mir.“

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